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AV-Malformationen erkennen und endovaskulär therapieren

Prof. Dr. med Isabel Wanke


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Zusammenfassung:
Arteriovenöse Malformationen (AVM) sind gekennzeichnet durch pathologisch strukturierte Gefäße mit AV-Shunt, die im Hirnparenchym oder auf der Hirnoberfläche liegen und Anschluss an normale intrakranielle Gefäße haben. Die häufigsten klinischen Symptome sind Blutungen, epileptische Anfälle, chronische Kopfschmerzen und fokale Defizite ohne Blutung. Das jährliche Blutungsrisiko liegt bei etwa 2–4%. Man nimmt an, dass kleine AV-Malformationen (Nidusgröße < 3 cm), die tiefe Lage (Basalganglien, peri- oder intraventrikulär), eine tiefe venöse Drainage und venöse Stenose sowie assoziierte Aneurysmen morphologische Kriterien für ein höheres Blutungsrisiko darstellen. Bei bereits stattgehabter Blutung ist das Risiko einer erneuten Blutung, insbesondere im ersten Jahr, erhöht. Die Indikation zur Behandlung einer AVM ist streng zu stellen und interdisziplinär zu treffen. Das Therapiekonzept sollte gemeinsam zwischen Neuroradiologen, Neurochirurgen und Strahlentherapeuten diskutiert werden.


Aus dem Artikel:


Neurorad_002_04b36-jähriger Patient mit seit 10 Jahren bekannter AVM. Nachdem eine Blutung mit vorübergehender Sprachstörung aufgetreten war, drängte der Patient auf eine Behandlung. Es wurde eine Embolisation mit Onyx durchgeführt (Abb.), die den AVM-Nidus in dieser eloquenten Hirnregion deutlich größenreduziert hat.

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